- 26.02.2026
- Experten-Wissen
Gelernt ist gelernt! - Wie Smart-Home-Lösungen und nachhaltige Sanierungen zum Game-Changer werden!
Wer heute noch versucht, allein über den günstigsten Quadratmeterpreis für ein Standardfenster oder eine einfache Dachdämmung zu punkten, landet schnell in einer Welt aus schmalen Margen und austauschbaren Leistungen. Statt sich dabei im Wettbewerb aufzureiben, kann es sinnvoller sein, innovative Terrains zu besetzen. Wie? Durch Spezialisierung in verwandten Gebieten, umfassende Beratung, vernetzte Angebote, Technologie-Einsatz und Nachhaltigkeit.
Geschrieben von Heiko Fischer

Raus aus der Vergleichbarkeit
Um sich vom Wettbewerb abzuheben, muss man alte Denkmuster ablegen. Es geht nicht mehr nur um das fachgerechte Verbauen von Material, sondern um die Lösung von Kundenprobleme und die punktgenaue Umsetzung komplexer Anforderungen aus Planung und Bauordnung.
Kunden suchen heute auch nach einer Lösung für ihre steigende Energiekosten. Sie brauchen mehr als einen Dachdecker, Fensterbetrieb oder Sonnenschutz-Installateur – sie wollen automatisierbaren Wohnkomfort. Hier setzt der „Business Case Innovation und Nachhaltigkeit“ an: Innovation und Nachhaltigkeit sind kein „Nice-to-have“, sondern können handfeste wirtschaftliche Hebel für Handwerksunternehmer:innen werden.
Ein Praxisbeispiel
Stellen wir uns einen fiktiven Betrieb vor. Vor fünf Jahren baute er Dachstühle auf und aus, montierte Dachfenster, isolierte Dachböden. Der Preisdruck durch große Generalunternehmer wuchs. Der Betrieb entschied sich für die Flucht nach vorne: Er bietet heute vernetzte Sanierungskonzepte an.
Die Kunden werden jetzt ganzheitlich beraten. Bei solchen Projekten – beispielsweise bei Sanierung und Dachausbau eines Mehrfamilienhauses aus den 70ern – bietet und verbaut er nicht nur ökologische Holzfaserdämmstoffe, sondern kombiniert diese mit modernen, smarten Dachfenstern und automatisierten Verschattungssystemen.
- Mehrwert: Die Sensoren am Fenster registrieren, wenn die Raumtemperatur im Sommer steigt, und fahren die Markisen automatisch zu, noch bevor die Hitze im Raum ist. Im Winter hingegen nutzt das System die Sonne, um Heizkosten zu reduzieren.
- Kundenansprache: Der Betrieb montiert nicht mehr „Dachfenster mit Rollo“, er verkauft „Sommerfrische ohne Klimaanlage“.
- Überzeugungsarbeit: Durch den Einsatz von 3D-Planungstools visualisiert er dem Kunden schon im Erstgespräch, wie das Lichtspiel und das Raumklima wirken werden.
Das Unternehmen hat sich vom Handwerker zum Technologie-Partner weiterentwickelt. Der Druck durch den Preiskampf konnte reduziert werden. Interessenten und Kunden kommen nicht zu ihm, weil er „der Billigste“ ist, sondern weil er nachhaltige Komplettlösungen, sachlich fundierte Beratung und fachlich korrekte Umsetzung bietet.
Weiterbildung - Das Fundament der Innovation
„Gelernt ist gelernt“ bedeutet nicht, dass das Wissen von der Gesellenprüfung vor 20 Jahren weiter ausreicht. Wichtig ist die Erkenntnis, dass die (lebenslange) Bereitschaft zu lernen mit eines der smartesten Werkzeuge im Koffer ist.
Die Komplexität von Smart-Home-Systemen, die bauphysikalischen Anforderungen wirklich nachhaltiger Sanierungen und die Vorgaben moderner Planung erfordern ständige Updates. Betriebe, die die Zukunft sichern wollen, müssen in die Köpfe von Unternehmer:innen und Fachkräften investieren.
Wichtige Aspekte sind hier unter anderem:
- Gewerkeübergreifendes Wissen: Der Fensterbauer muss heute auch verstehen, wie ein smarter Antrieb mit der Steuerung oder dem WLAN-Router des Kunden kommuniziert.
- Zertifizierungen für Fördermittel: Nur wer über die aktuellen KfW- oder BAFA-Förderungen Bescheid weiß, kann den Kunden den finanziellen Vorteil der teureren, aber nachhaltigeren Lösung vorrechnen.
- Digitale Planungs- und Umsetzungskompetenz: Die Bereitschaft und Fähigkeit, mit BIM (Building Information Modeling) und digitalen Aufmaß-Systemen zu arbeiten, beschleunigt Prozesse und minimiert Fehler – ein direkter Wettbewerbsvorteil.
Fazit
Um den „Business Case Innovation und Nachhaltigkeit“ zum Erfolg zu führen, braucht es Unternehmer:innen und Mitarbeiter:innen, die keine Angst vor Digitalisierung oder Automatisierung haben und die Eigenschaften von Vollholzfenstern oder Naturfaserdämmung fachgerecht erklären können.
Der Weg aus der Vergleichbarkeit führt über die Weiterentwicklung. Wer den Mut hat, sich als Experte für Smart-Home-Integration und / oder ökologische Sanierung zu positionieren, erschließt sich kaufkräftige Kundengruppen, denen Qualität und Zukunftsfähigkeit wichtiger sind als der letzte Euro Rabatt.
Innovative Planungsmethoden, smarte Lösungen und der fachgerechte Einsatz ökologisch nachhaltiger Systeme machen das Handwerk auch attraktiv für Menschen, die in einem modernen, zukunftsorientierten Umfeld arbeiten wollen.
Mehr direkt umsetzbare Expertentipps und Praxiswissen zu diesem Thema gibt’s im Zukunftsraum Handwerk auf der HOLZ-HANDWERK + FENSTERRBAU FRONTAL vom 24. bis 27. März 2026 in Nürnberg! Hier finden Sie innovative Lösungen, digitale Werkzeuge, Trends und frische Impulse, Live-Vorführungen, spannende Vorträge, lebendige Experteninterviews und ein durchdigitalisiertes Handwerksbüro zum selber Ausprobieren!
