Europäische Fachmesse für Maschinentechnologie und Fertigungsbedarf

12. - 15. Juli 2022 // Nürnberg, Germany

HOLZ-HANDWERK Newsroom

Tradition und Digitalisierung – moderner Glasbaubetrieb plant und fertigt virtuell!

Foto Glas
© Foto von Adrien Olichon von Pexels

Vom Büro über die Ausstellung bis hin zu Planung und Fertigung: Ein auf Wintergärten und Glashäuser spezialisierter Allgäuer Glasbaubetrieb setzt auf umfassende Digitalisierung. Das Unternehmen arbeitet im Büro komplett papierlos. Sämtliche Unterlagen werden digital archiviert. Papierordner sind auf das Minimum reduziert.

In der Produktionsvorbereitung und Fertigung wird mit dem „digitalen Zwilling“ gearbeitet. Das bedeutet: Alle Projekte werden vollständig in 3-D geplant und aufgrund der Daten automatisch per CNC gefertigt. Der Aufbau der Wintergärten und Glashäuser erfolgt erst beim Kunden.

VR-Technologie (Virtual Reality) ist bei dem Unternehmen in der individuellen Kundenplanung ebenfalls längst Standard. Der Kunde kann so „sein“ Projekt inklusive Sonnensimulation vorab virtuell erleben. Die VR-Daten dienen auch der internen Besprechung komplexer Teile mit den Mitarbeitern in Planung und Fertigung.

Die Baustellen werden mithilfe eines digitalen Zeitplans in Echtzeit abgebildet, während der Kunde Veränderungen live mitverfolgen kann. Eine Chatfunktion ermöglicht den digitalen Austausch. Digitale Baustellenakten und die Projektdokumentation laufen über eine mobile App. Die Mitarbeiter können Aufmaße direkt am Tablet erstellen. Projektdokumente sind via Cloud-Zugriff jederzeit digital verfügbar.

Neugier und Eigeninitiative

Die Digitalisierung ist aus Sicht des Unternehmers ein laufender Prozess. Seine Maxime: mithilfe der Digitalisierung das Geschäft bestmöglich zu unterstützen, es einfacher, besser, schneller und attraktiver zu machen.

Beispiel VR-Planung: Oft gab es das Problem, dass Kunden viel Geld in ein Glashaus investieren wollten. Es bestand aber Unsicherheit darüber, ob es auch zu ihnen und ihrem Haus passt und wie sich Lichtverhältnisse im bestehenden Gebäude verändern. So kam es bei Entscheidungen zu Verzögerungen.

Mit Neugier und Eigeninitiative wurde vom Unternehmer die richtige VR-Lösung identifiziert und getestet. Heute ist VR eine Standard-Dienstleistung des Betriebs, die von den Kunden gerne in Anspruch genommen wird und so auch für signifikanten Umsatz sorgt!

Mitarbeiter begeistern

Bei der Einführung der VR-Technologie konnten die Mitarbeiter bereits in der Testphase begeistert werden. Auch der Vertrieb wurde mit der Technik geschult. Um den Kunden den Mehrwert vermitteln und verkaufen zu können, wurde die „Customer Journey“ vom Erstkontakt bis zur Entscheidung für den Auftrag komplett neu definiert. Es mussten die Vorteile für den Kunden, aber auch für das Unternehmen herausgearbeitet werden. Der Verkauf und die Beratung finden seither fast ausschließlich in der (virtuellen) Ausstellung statt. Das spart viel Zeit.

Impulse und Unterstützung von außen

Für viele Digitalisierungsschritte hat das Unternehmen auch externe Hilfe in Anspruch genommen. Hilfe gab es von Programmierern, Entwicklern und digitalen Pionieren. Die Ideen kamen jedoch meistens vom Unternehmer oder den Mitarbeitern.  Auch ein Barcamp zum Thema Holz und Digitalisierung an der Hochschule Kempten wurde initiiert, um qualifizierten Input zu bekommen.

Nutzen pur

Fazit des Unternehmers zu „seiner“ digitalen Reise: Der Betrieb ist heute in vielen Bereichen schneller und somit profitabler. Die Mitarbeiter werden von Routinen entlastet. Fehlerquoten wurden verringert. Prozesse werden sichtbarer und nachvollziehbarer. Die Abwicklung von Aufträgen wird transparenter, und der Kunde bekommt, zum Beispiel durch die VR-Planung, schon vor der Fertigstellung die Gewissheit, dass er richtig entschieden hat.

Sein Gesamturteil: Letztendlich muss die Digitalisierung immer die Menschen (im Unternehmen) positiv unterstützen. Je mehr Leute von einer Innovation profitieren, desto leichter lässt sich diese umsetzen.

Das Forum „Digitalisierung praktisch gestalten im Handwerk“ ist der Schmelztiegel der umsetzungsorientierten Digitalisierung auf der FENSTERBAU FRONTALE und HOLZ-HANDWERK 2022 in Nürnberg. Dort finden Sie vom 12.07.– 15.07.2022 an vier Tagen für sich und Ihr Unternehmen den richtigen Weg in die eigene Digitalisierung. Informationen, Inspiration und konkretes Wissen zu diesem und vielen weiteren Themen gibt es live in Form von Power-Interviews und im persönlichen Austausch mit Digitalisierungsexperten und Handwerkskollegen.

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